Girl before a Mirror
Mosaikinterpretation eines Gemäldes von Pablo Picasso
Hände strecken sich dem Spiegelbild entgegen — „Wer bist du? Ich möchte dich kennenlernen.”
Das Spiegelbild erschreckt mich nicht. Es ist vielschichtig, lebendig, farbenreich. So wie ich jetzt bin — nicht ganz, aber wirklich.
Ich bin schwanger mit einem neuen Ich. Nicht körperlich — sondern in der Tiefe, wie der Frühling, noch verborgen in der Erde.
Ich brauche keine Zustimmung mehr. Ich spiele nicht mehr die Notwendige.
Ich war Mutter — und das ist wichtig. Ich war Ehefrau — und das ist kostbar. Aber jetzt bin ich keine Rolle mehr. Jetzt bin ich — ich selbst.
Ich warte nicht darauf, verstanden zu werden. Ich erschaffe, weil ich nicht anders kann. Weil in mir eine Frau heranwächst, die keine Angst hat, sie selbst zu sein — für sich selbst.
Ich gehöre nicht mehr der alten Version meiner selbst. Ich danke ihr — und lasse sie los.
Ich gehe weiter.