Mündung von Betanzos
Originalarbeit der Autorin
Ein Fischskelett — Symbol des Wesens der Dinge oder ein magischer Baum, dessen Wurzeln in die Vergangenheit reichen und dessen Äste sich in die Unendlichkeit der Zukunft strecken?
Der Ästuar ist ein Übergangspunkt, eine Grenze zwischen Süßem und Salzigem, zwischen Beständigem und Beweglichem. Er atmet: füllt sich und wird seichter, überschwemmt die Ufer und legt sie wieder frei, tritt in Dialog mit den natürlichen Zyklen. Die Zeit bewegt sich hier nicht linear. Sie lebt in Ebbe und Flut — wie das menschliche Leben mit seinen Aufstiegen und Niedergängen.
Sümpfe sind Orte des Stillstands, ein Morast, in dem man stecken bleiben kann, und zugleich ein Ökosystem voller Leben, Zuflucht und Verwandlung. Hier wird Zersetzung zu Geburt.
Wälder sind Chaos und Ordnung, Labyrinth und Schutz, Verlust und Wiederfinden. Anders als der Sumpf, in dem die Zeit zäh wird, vervielfältigt der Wald die Wege. Wenn wir einen wählen, heben wir die anderen nicht auf — sie bleiben als Schatten der Möglichkeiten.