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Hahn und Henne

Interpretation eines Fragments des Mosaiks „Hahn und Henne“, 3. Jahrhundert n. Chr., Archäologisches Museum El-Jem, Tunesien

Materialien
Naturstein (Marmor), Smalti
Maße
83 × 80 cm
Jahr
2023
Mosaik Hahn und Henne von Nata Malysheva

„Dreimal krähte der Hahn — und alles verschwand. Staub, Dunst und Dunkel wichen vor dem Klang zurück, als wäre die Nacht selbst nur eine Fata Morgana gewesen.” (Auszug aus „Wij” von N. W. Gogol)

Der Hahn ist nicht einfach ein Vogel. Er ist der Herold der Sonne, der Bote der Morgenröte. Sein Ruf ist der Ruf des Geistes: klar, unerbittlich, das Wesen enthüllend. Er steht an der Grenze der Welten — dort, wo die Nacht endet und Du beginnst.

Neben ihm die Henne. Schweigend. Wärme atmend. Sie ist der Schoß des Lebens, die Wiege des Korns, das zur Welt werden wird. In ihr liegt die Fruchtbarkeit der Erde, die Opferbereitschaft des mütterlichen Körpers. Ihr Schweigen ist die Weisheit, die dem Wort vorausgeht.

Zusammen sind sie ein Duett der Ewigkeit, eine Erinnerung daran, dass selbst die hellste Morgenröte in der Dunkelheit geboren wird und der zerbrechlichste Samen Wärme braucht.